Installation von DEB 10 Linux


© April 2020, Letzte Änd. 08.08.20

Vorbereitungen

Bevor man sich Hardware anschafft, sollte man sich Gedanken machen was man damit überhaupt machen möchte um die nötigen Rescourcen einschätzen zu können. Grob kann man folgende Aspekte betrachten.

CPU-Leistung

Um ein Gefühl entwickeln zu können, was man denn so wirklich benötigt, habe ich mal eine Tabelle der von mir verwendeten Hardware erstellt. Um besser zu sehen wo ich mich orientiere, habe ich die Rechenleistung und den Verbrauch mit dargestellt. Nicht unerwähnt sein sollte, dass ich mich privat eher im low power Bereich bewege. Dabei setzte ich bevorzugt wiki: mini ITX (170 x 170 x 40..80 mm Höhe) ein, was nicht unbedingt repräsantiv ist. CPU Mark (oder früher Passmark) ist eine Schätz-Zahl um verschiedene Systeme miteinander zu vergleichen. Leider habe ich darin bisher keine ARM-Prozessoren (z.B. BCM2711; Raspberry 4) gefunden.

  Jahr   CPU Mark Board CPU Frequenz TDP
2004 358 Asus A7N8X-E Delux Athlon XP 2500+ 1x 1,9 GHz
2007 1139 Gigabyte GA-MA790XT-UD4P AMD Phenom Ii X2-550 2x 3,1 GHz 80 W
2008 1279 AOpen i965GMt-LA mini ITX Intel Celeron 965GM 1x 800 MHz
2011 817 Asus Laptop X5D1D Intel Pentium T4500 2x 2,3 GHz 35 W
2012 754 Lenovo Thinkpad T60 Intel Genuine T2400 2x 1,83 GHz 31 W
2013 3006 Gigabyte GA-F2A85XN-wifi AMD A10-5800K 4x 4,2 GHz 100 W
2014 1054 Biostar NM70I-1037U Intel Celeron 1037U 2x 1,8 GHz 17 W
2014 2890 AsRock 980DE3/U353 AMD FX-4130 4x 3,8 GHz 125 W
2017 2266 AsRock J3455B-ITX Intel Celeron J3455 4x 1,5 GHz 10 W
2017 2878 Lenvo ThinkPad i7-3520M Intel Core i7-3520M 2x 2.9 GHz 35 W
2018 3197 ASRock AB350 AMD A12-9800E 4x 3,1 GHz 35 W
2018 13384 ASRock B450 AMD Ryzen 5 2600 6x 3,4 GHz 65 W
2018 2266 Gigabyte J3455N-D3H Intel Celeron J3455 4x 1,5 GHz 10 W

Ich hoffe man kann gut sehen, was vor ca. 13 Jahren 80 W benötigte (Phenom li X2-550), hat 7 Jahre später einen Verbrauch von 17 W (Celeron 1037U) und ist vor 3 Jahren mit doppelter Rechenleistung mit 10 W ausgekommen (Celeron J3455).

Gut 1000 CPU Mark reichen locker für übliche Schreibtisch-Tätigkeiten.

Diverse 3D-Zeichnungen und Elektro-CAD Layoute habe ich mit einen typischen Desktop-System mit ca. 3000 CPU Mark System (mit 2 Bildschirmen) erstellt, ohne dass ich warten musste. Mehr CPU-Rechenleistung ist eigentlich nur bei 3D-Echtzeit-Berechnungen (typischerweise bei Spielen) nötig (oder wenn man den Komfort erhöhen möchte ;-).

Fazit: Auf einer 10 W Hardware, kann nicht nur der Web-Server, die Firewall, das Backup-System, die Mailbox, der Druckerserver, etc. gleichzeitig, ohne nennenswerte Einbußen, betrieben werden. In der 40 W Kategorie hat man schon einen sehr performanten Desktop-Rechner und ab ca. 60 W darf man schon von einen Gaming-PC reden ;-)

Wenn man diesen Trend so weiter führt, ist es verständlich das bald die Rechenleistung des Mobil-Telefons ausreicht um gewöhnliche Schreibtisch-Tätigkeiten auszuführen. Vielleicht etwas früh hat es bereits 2013 Ubuntu versucht, siehe ein Artikel von golem.de.

Graphik - GPU-Leistung

Für normale Office-Anwendungen ist heutzutage nicht wirklich eine Graphik-Karte nötig. Komplett-Systeme enthalten meist eine CPU mit GPU, welche völlig ausreicht.

Echtzeit-Video Dekodierung, z.B. TV-Darstellung in hoher Auflösung z.B. UHD (3840 × 2160; ca. 15..25 Mbit/s je nach Anbieter) oder Grapfik-Spiele sind da ein Sonderfall und wesentlich Rechenaufwändiger.

Möchte man z.B. H.264 Videos in Full-HD (1920 x 1080; ca. 4..8 MBit/s je nach Anbieter) sehen, sind etwa 80 Passmark: G3D Mark erforderlich.

Das untere Ende ist sicherlich der oben aufgeführte über 10 Jahre alte T60-Laptop. Er hat eine Radeon X1300 GPU mit 40 G2D Mark, was z.B. für DVB+ gucken nicht mehr ausreicht.

Etwa am oberen Ende der Fahnenstange befindet sich eine Radeon VII Grafikkarte welche bereits von AMD nicht mehr hergestellt wird und welche bei dem Händler meines Vertrauens mindfactory.de bereits schon 800 Mal (Stand April 2020) über den Ladentisch gegangen ist. Die 3.840 Streamprozessoren schaffen gerade mal 17.642 G3D Mark, siehe videocardbenchmark.net, bei einer Leistungsaufnahme von bis zu 300 W und kostet für die 16 GB Speicher gerade mal einen Schnapper von 571,-

Arbeitsspeicher: RAM

Für normale Office Tätigkeiten, dümpelt die CPU mehr oder weniger im idle herum. Trotzdem kann es passieren dass man wartet. Das liegt meist daran, dass weder das ganze Betriebssystem, noch die Anwendung (z.B. Office) komplett im Arbeitsspeicher vorhanden ist, sondern bei Bedarf von der wesentlich langsameren Festplatte nachgeladen werden muß (daher z.B. der Name DOS - disk operating system).

Ein Schlüssel ist also eine möglichst schnelle Festplatte mit möglichst viel RAM zu kombinieren. Um ein Gefühl für den Geschwindigkeitsverglich zu bekommen, hier die groben Größenordnungen.

Auch wenn der Vergleich etwas hinkt, weil ich relativ alte Platten mit rel. neuen Speicher vergleiche, so bleibt doch die Größenordnung.

Konkret heist das, ich habe in Rechnern ab 2018 2x 8 GB RAM eingebaut. Die Frequenz richtet sich nach meiner gewählten CPU. Beispielsweise kann die Ryzen 5 2600 CPU bis max. 2933 MHz sein RAM-Interface bedienen. In diesem Fall habe ich dann bezahlbaren DDR4-2133 Speicher mit möglichst kleiner cache latenz (die erste Zahl in fett) gewählt. Ansonsten bevorzuge ich RAM mit kleiner Spannung, was meist auch weniger Verbrauch bedeutet und auf eine modernerer Fertigung hin deutet. Und in machen Fällen kann noch die Bauhöhe des Moduls ein Thema sein.

Nicht flüchtiger Speicher: SSD, Harddisk

Aufgrund obiger Abschätzung, kann man ein paar Prioritäten ableiten.

  1. Wenn nur eine Platte möglich ist, wie z.B. bei Laptops, so sollte das möglichst eine SSD sein. Gerade bei Laptops ist die verbaute 2,5" Festplatte eklatant langsamer als eine SSD.
  2. Habe ich bei der SSD die Wahl zwischen einer PCIe (nur bei M.2) oder einer SATA-Schnittstelle (M.2 oder 2,5"), bevorzuge ich natürlich die wesentlich performantere 4x PCIe-Schnittstelle.
  3. Habe ich verschiedene SSD's in die engere Wahl gezogen (Schreib Performance: > 300 IOPS, > 2000 MBytes/s; > 300 TBW Haltbarkeit; < 15ct / GB ), fällt auf, das die größeren Modelle einer Serie meist bessere Daten haben.
  4. Bei einer klassischen Festplatte - HD bevorzuge ich eine etwas teurere und etwas langsamere 3,5" NAS-Platte welche für 24x7 h (rund um die Uhr = Dauerbetrieb) ausgelegt ist.
  5. Passen die Daten nicht mehr auf eine bezahlbare SSD, speichere ich auf der SSD nur die Betriebssysteme inclusive der Anwendungen. Auf die HD kommen dann die übrigen Daten, wie Musik, Videos, Bilder, Texte, Diagramme, Dokumente, etc.

Neben der Technologie-Frage gibt es noch die Größen-Frage. Daher ein paar Erfahrungswerte aktueller Betriebssysteme incl. Applikationen.

Je nach Applkation unterschiedliche Konfiguration:

Energieverbrauch

Ein normales PC-Netzteil oder auch ATX Netzteil ist unter 300 W nicht zu bekommen. Und auch wenn der aufgebaute PC nur rund 100 W oder weniger benötigt, ist diese Leistungsangabe oder mehr empfohlen. Des weiteren kommt hinzu dass sich die Wirkungsgrad-Angaben meist auf Volllast beziehen und bei Teillast meist schlechter sind.

Kleines Beispiel: be quiet BQ L8-300W mit 80 PLUS bronze Zertifizierung; Test siehe technic3d.com

Als bessere Lösung, im Sinne von Wirkungsgrad, Platzbedarf und Flexibilität habe ich mich entschieden mit einen Industrie-Netzteil 12 V zu erzeugen
z.B. 150 W mit den MeanWell MW RSP-150-12 mit mind. 90% Wirkungsgrad siehe reichelt.de
und daraus dann je ITX-PC (in meinen Fall 4 PC's) mit je einen Pico-PSU-90 ATX-Netzteil siehe amazon.de die nötigen ATX-Spannungen zu erzeugen.

Das PicoPSU-80 kann ich übrigens nicht so empfehlen, da die meisten ITX-Boards einen 12 V Anschluß für ihre GPU benötigen, welche ich mir dann über Adapter-Stecker aus den HD-Versorgungsstecker beziehen muß.

Hardware Zusammenfassung - Desktop PC

Für meine PC's habe ich oft die 100€ Regel angewandt (100 für HD, 100 für RAM, 100 für CPU, 100 für Motherboard, etc.). Hier habe ich für meinen persönlichen Desktop-PC etwas mehr ausgegeben. Er besteht nun aus folgenden Komponenten.

Also in Summe ca. 800,- zum damaligen Datum. Da in dem IT-Bereich ein entsetzlicher Preisverfall herrscht, habe ich das Datum angegeben. Beispielsweise habe ich ein fast ähnliches RAM 4 Monate später für unter 140 statt 170 gekauft.

Installation

Bei der Frage nach welchen Linux, kann man sich beliebig streiten und das scheint auch eine Glaubensfrage zu sein. Ich kann zumindest nur von ein paar Derivaten sprechen, welche ich selber in Betrieb hatte.

Nicht wirklich nachhaltig waren meine ersten Unix-Kurse am RRZN, wo man sich noch Zeiten für ein Terminal erbetteln musste, keine kostbare Rechenzeit ausgeben durfte und das Ergebnis oder erstellte Programm nur mit Glück auf Diskette retten konnte.

Privat angefangen bin ich mit einen Satz Suse-Disketten. Nachdem Novell das übernahm, verfiel das RPM-basierende Thema erst einmal in einen Dornröschenschlaf. Problem war meiner Meinung auch, dass das neben Windows nebenher lief und nicht hauptsächlich...

Über Diana B. aus B. lernte ich dann das debian-basierende Ubunu kennen. Ubuntu überdauerte ca. 2 Jahre, war und ist meiner Meinung aber keine Lösung, da mir da zu viel Unruhe herrscht. "Irgendwelche neuen Fenster-Manager werden eingeführt. Dann wird zurück gerudert, etc." Siehe kleiner Vergleich heise.de Debian vs. Ubuntu - was ist besser?

Da mir das Geschäft ein wenig zu zäh war (keine richtige Ahnung und keinen den ich mal so eben fragen konnte), dachte ich mir, ich mache mal einen VHS-Kurs, wo ich dann das urpmi-basierte Mandiva kennen lernte. Dies benutzte ich zwar gut 5 Jahre, überzeugte mich auf Dauer nicht so wirklich, weil mir da zu schlampig gearbeitet wurde. Zumindest 2013 schlug es 13 und mir riss der Geduldsfaden... z.B. stimmten mehrere Male die Signaturen nicht zu den Updates, plötzlich ging nach Update nichts mehr, etc. Leider ist das heute 16.04.20 immer noch so, denn heute ist z.B. das Sicherheits-Zertifikat der Webseite abgelaufen...

Nachdem sich Mageia von Mandriva abgespalten hat, versuchte ich mich damit eine Weile. Es stammte jedoch aus den selben Sumpf und brachte leider keine Lotusblütenblätter hervor.

Letztendlich denke ich, bei der spartanischen Wurzel von Debian bin ich recht gut aufgehoben. Leider ist es nicht unbedingt etwas für Anfänger, recht konservativ, aber dafür auch recht stabil. Wichtig finde ich noch den Aspekt der Plfege, d.h. eine erst einmal installierte Version wird recht lange unterstützt. So wird man nicht gezwungen unentwegt zu aktualisieren. Die DEB-Dokumentation ist "anspruchsvoll", aber die recht gute Dokumentation von Ubuntu kann man auch nutzen. Meist ist es dann ähnlich...

Benötige ich etwas moderneres, weil sich dort die neuste Software aus den Repositorium installieren läßt, lasse ich virtualisiert das Ubuntu-Derivat Linux Mint laufen, welches ich mehr Anfängern empfehlen würde.

Für zwischendurch und mal soeben, habe ich häufig auf Live-CD's zurück gegriffen.

USB-Installations-Medium erstellen

Unter debian.org gibt verschiedenen Versionen auf verschiedene Arten runter zu laden. Die zwar nicht eleganteste und auch am meisten Resourcen verschwendende Möglichkeit ist über HTTP, welche ich wegen der Einfachheit im ersten Schritt empfehlen würde. In die engere Auswahl kommt dann die ca. 4,5 GB schwere DVD-Stable-Version, welche je nach CPU den folgenden Zusatz hat. amd64 steht für 64 Bit und i386 ist die 32-Bit Version für Uralt-Hardware. Die CD-Version umfasst zwar nur 650 MB, aber da fehlen unter Umständen Treiber.

Im Gegensatz zur offiziellen DEB-Version würde ich gleich auf die inoffizielle Version mit non-free firmware zugreifen. Denn die meiste moderne Hardware kommt nicht ohne die non-free Treiber aus. Dann ist es noch sinnvoll, die erst seit kurzem existierende live-Version zu wählen, da dies einen Vorabtest ermöglicht. Im folgenden Schritt wählt man nicht bt-hybrid wie bit torrent aus, sondern iso-hybrid wie CD-Image/USB-Image aus. Sprich: Man kann sich diese Version sowohl auf einen USB-Stick schreiben oder auf eine DVD.

Alles zusammengefasst führt zu folgender Verknüpfung (ich habe statt absoluten Pfad das jetzt mehr beschrieben...):
cdimage.debian.org   dann z.B. 10.5.0-live+nonfree;   amd64 für 64-Bit,   iso-hybrid für USB oder CD und dann   die .iso mit xfce-Desktop.

Auf dieser Seite habe ich dann noch die Wahl zwischen verschiedener Desktop-Umgebungen - desktop environment - DE. Wichtig ist zu wissen, dass man auch im Nachhinein alternative Desktops nach installieren kann.

Nun habe ich mir die Datei debian-live-10.3.0-amd64-xfce+nonfree.iso runter geladen und habe nun ohne Linux ein Henne und Ei Problem, welches ich hier nicht lösen möchte. D.h. Windows-Nutzer können diese .iso nutzen um DEB in z.B. einer Virtual-Box zu installieren oder müssen sich ein geeignetes Tool (nicht geeignet: z.B. Disk Dump for Windows) besorgen um .iso auf CD (z.B. mit Nero) oder auf USB-Stick (z.B. mit WinHex) zu schreiben.

Habe ich bereits Linux (z.B. via live CD), und befinde mich genau in dem Ordner wo die .iso runter geladen wurde, dann komme ich mit lediglich 4 Befehlen aus.
su wie SuperUser, um als Administrator erweiterte Rechte zu haben.
fdisk -h listet mir alle angeschlossenen Speichermedien.
dd if=debian...iso of=/dev/sdx wie diskdump dient zum Kopieren der Datei auf das Speichermedium.

Bitte hier peinlichst genau den richtigen Laufwerknamen angeben. Eine Fehlbedienung ist nicht rückgängig zu machen und gleicht meist einem Totalverlust.

sync wird verwendet um das Linux Datei-System zu synchronisieren (sonst benutzt Linux unter Umständen noch die vorherige, nun "platt gemachte" Struktur).

Anbei ein konkretes Beispiel:

Durch fdisk -l wissen wir
dass der 8 GB USB-Stick, folgenden Namen hat.
/dev/sdb
Dieses Ziel wird dann bei dd genutzt.


su
fdisk -l

Disk /dev/nvme0n1: 465,8 GiB, 500107862016 bytes, 976773168 sectors
...
Device         Boot     Start       End   Sectors   Size Id Type
/dev/nvme0n1p1 *         2048  58593279  58591232    28G 83 Linux
/dev/nvme0n1p2      117188606 976771071 859582466 409,9G  5 Extended
/dev/nvme0n1p3       58593280 117186559  58593280    28G 83 Linux
/dev/nvme0n1p5      117188608 148436991  31248384  14,9G 82 Linux swap / Solaris
/dev/nvme0n1p6      148439040 976771071 828332032   395G 83 Linux

Disk /dev/sda: 2,7 TiB, 3000592982016 bytes, 5860533168 sectors
...
Device        Start        End    Sectors  Size Type
/dev/sda1      2048   31999999   31997952 15,3G EFI System
/dev/sda3  32000000   39999487    7999488  3,8G Linux swap
/dev/sda4  39999488 5860532223 5820532736  2,7T Microsoft basic data

Disk /dev/sdb: 7,9 GiB, 8472494080 bytes, 16547840 sectors
...
Device     Boot Start     End Sectors  Size Id Type
/dev/sdb1  *        0 5559679 5559680  2,7G  0 Empty
/dev/sdb2        1540    7427    5888  2,9M ef EFI (FAT-12/16/32)

dd if=debian-live-10.3.0-amd64-xfce+nonfree.iso of=/dev/sdb bs=4096
5559680+0 Datensätze ein
5559680+0 Datensätze aus                               bs=512      bs=4096
2846556160 Bytes (2,8 GB, 2,7 GiB) kopiert, 1388,83 s, 2,0 MB/s -> 3,4 MB/s

sync

Somit ist, wenn auch langsam, ein Installationsmedium erstellt worden, welches nun auf der neuen Hardware eingesetzt werden kann. Je nach Hardware (z.B. NAND-Flash kann in 4096 Bytes Blöcken organisiert sein), kann man die Blocksize von bs=512 auf z.B. bs=4K vergrößern, was die Übertragungszeit verbessert und den Speicherstick weniger Schreibzyklen zumutet.
Siehe z.B. laptop.org   how to damage a Flash device

Von USB booten

Drückt man den Powerbutton vom PC, wird über diesen Taster dem Motherboard mitgeteilt dass offensichtlich das ATX-Netzteil nicht nur die 5V Standby erzeugen soll, sondern dass die übrigen Spannungen auch benötigt werden (Pin 14 des ATX-Steckers).

Je nach BIOS werden unterschiedliche Tasten erwartet, welche normalerweise beim Einschalten kurz angezeigt werden. Bei mir (in diesem Beispiel ASRock B450) kommt man mit F2 oder DEL ins BIOS und mit F11 wird die Boot-Reihenfolge ausgewählt. Kurrioserweise bekam ich bei Eingabe einer Taste immer einen schwarzen Schirm und nur beim Warten (ohne Eingabe), wurde vom USB-Stick gebootet. Unter Umständen liegt das an den günstigen reichelt 4 Port Monitor-Umschalter von König, welche mit 5V und ein paar zig. mA auskommt.

Es kann durchaus passieren das das Live-System nicht bootet, der Graphische Installer in einer Schleife "cannot open display 0" hängen bleibt.
Also garnicht erst damit aufhalten, sondern gleich den nicht graphischen Installer verwenden. Da ich gerade keine Kamera dabei hatte, anbei nur meine Kurznotizen...

language - English
location - UK
keymap - German
load firmware - no - (missing firmware iwlwifi-3168-29.ucode)
Rechner Name - b41
Domain Name - Return
root passwort - geheim
user - m, wie maintenance
Zeitzone - Berlin
partitioning method - guided - use entire disk
-> /dev/nvme0n1 - Corsair Force MP510 480 GB
-> separate /home partition
1. 30 GB /
2. 17 GB swap
3. 433 GB /home
mirror - germany - deb.debian.org
kein Proxy
install Grub - /dev/nvme0n1
und dann blieb es nach dem Booten dunkel...

Software Quellen erweitern

Wie bereits anfangs beschrieben, sollte man nicht auf die non-free Bestandteile verzichten. Kommt man trotzdem in diese Verlegenheit (weil man darauf verzichten wollte), anbei ein Ausweg. Zunächst ist in /etc/apt/sources.list zu überprüfen ob contrib non-free eingetragen ist und holt das ggf. nach. Wer genau hin schaut, sieht dass von einer älteren Version die Installation erfolgte...
Mit Ctrl-Alt-F1 komme ich zum ersten Terminalfenster, wo ich mich zunächst einloggen muss.


su
nano /etc/apt/sources.list

# deb cdrom:[Official Debian GNU/Linux Live 10.2.0 xfce 2019-11-16T10:31]/ buster main
#deb cdrom:[Official Debian GNU/Linux Live 10.2.0 xfce 2019-11-16T10:31]/ buster main

deb http://deb.debian.org/debian/ buster main contrib non-free
deb-src http://deb.debian.org/debian/ buster main contrib non-free

deb http://security.debian.org/debian-security buster/updates main contrib 
deb-src http://security.debian.org/debian-security buster/updates main contrib 

# buster-updates, previously known as 'volatile'
deb http://deb.debian.org/debian/ buster-updates main contrib 
deb-src http://deb.debian.org/debian/ buster-updates main contrib 

Unter den verschiedenen Begriffen versteht man folgendes:
main steht für Opensource
contrib steht für Code der proprietäre Software benötigt und
non-free steht für proprietäre Software selbst...
Siehe auch debian.org   Grundlagen über das Debian-Archiv
und debian.org   Debian-Richtlinien für Freie Software - DFSG.

Danach aktualisiert man die Datenbanken mit update & upgrade und kann danach die non-free Firmware installieren. Nach dem Booten kann die Firmware genutzt werden.

Firmware installieren

Unter Umständen kommt wärend des Update-Vorgangs eine Fehlermeldung hoch. Dies ist nur ein Beispiel aus irgendeiner frühreren Installation. Wichtig ist nur zu wissen, dass ohne Erweiterung von /etc/apt/sources.list und Neustart z.B. keine non-free-Firmware installiert werden kann.

su
apt update                                     Liste neuer Versionen einlesen
apt upgrade                                    System aktualisieren
...                                            mögliche Meldung
W: Possible missing firmware /lib/firmware/rtl_nic/rtl8168d-1.fw for module r8169

Man kann auch gezielt nach der firmware suchen. Da ich das für das B450-Board nicht aufgezeichnet habe, zeige ich hier als Ausgabe ein Potpourri aus verschiedenen DEB-Versionen und PC-Boards.

su
dmesg | grep -e firmware                       anzeigen was fehlt
[    2.884291] usb 10-3: firmware...aborted load ar3k/AthrBT_0x11020000.dfu (not found?) 
[   34.297995] [drm:radeon_pci_probe [radeon]] *ERROR* radeon kernel modesetting for R600 or
               later requires firmware-amd-graphics.
[  124.457453] r8169 0000:01:00.0: firmware: failed to load rtl_nic/rtl8168e-3.fw (-2)
[  124.457458] r8169 0000:01:00.0: Direct firmware load for rtl_nic/rtl8168e-3.fw failed with error -2
[  124.457461] r8169 0000:01:00.0 enp1s0: unable to load firmware patch rtl_nic/rtl8168e-3.fw (-2)        03.09.18

dmesg | grep -e .fw                            unter Umständen ist noch nach anderen Begriffen zu suchen...
[   17.146922] r8169 0000:07:00.0...aborted loading rtl_nic/rtl8168e-3.fw   

apt-cache search --names-only ^firmware        was zur Verfügung steht (nur zur Info)
firmware-amd-graphics - Binary firmware for AMD/ATI graphics chips
firmware-misc-nonfree - Binary firmware for various drivers in the Linux kernel
...                                            recht lange Liste

apt install firmware-misc-nonfree             was zu dem ASRock B450 passt
apt install amd64-microcode                   wurde nicht angezeigt, da Zeile nicht mit firmware anfängt 
apt install firmware-amd-graphics

systemctl reboot                              Neustart um Firmware zu aktivieren

Bei der DEB10-Version funktioniert reboot, init 6 oder shutdown -r 0 leider nicht. Daher habe ich systemctl reboot verwendet.
Nach den Booten sollte eine Graphische Oberfläche zur Verfügung stehen. Bei mir ging sogar auf Anhieb der 2 Bildschirm Betrieb, was vor Jahren noch ein wenig gefummel war.

Wen es interessiert, ab deb 8 Jessie liegt die Firmware unter /lib/firmware. Und nach dem deb 10 Neustart des B450-Boards, sollten die Firmware-Probleme behoben sein. Z.B. wie folgt:

su
dmesg | grep -e firmware  
[    1.236791] radeon 0000:26:00.0: firmware: direct-loading firmware radeon/CAICOS_pfp.bin
[    1.236800] radeon 0000:26:00.0: firmware: direct-loading firmware radeon/CAICOS_me.bin
[    1.236807] radeon 0000:26:00.0: firmware: direct-loading firmware radeon/BTC_rlc.bin
[    1.236817] radeon 0000:26:00.0: firmware: direct-loading firmware radeon/CAICOS_mc.bin
[    1.236825] radeon 0000:26:00.0: firmware: direct-loading firmware radeon/CAICOS_smc.bin
[    1.241180] radeon 0000:26:00.0: firmware: direct-loading firmware radeon/SUMO_uvd.bin
[    4.431939] iwlwifi 0000:24:00.0: firmware: direct-loading firmware iwlwifi-3168-29.ucode
[    4.432187] iwlwifi 0000:24:00.0: loaded firmware version 29.1044073957.0 op_mode iwlmvm

Beim Gigabyte J3455N oder ASRock J3455B mit Intel-CPU und DEB9 fehlte natürlich eine andere Firmware. Also das obige Beispiel bezieht sich auf die gewählte CPU, Grafikkarte & DEB-Version.

su
apt-get install firmware-realtek             03.09.18 für Intel J3455 & DEB 9
apt-get install firmware-atheros	
apt-get install firmware-amd-graphics

Zusammenfassung:

Nur das Nötigste ist (beim ASRock B450) getan.

Weitere Quellen

gitbook.dpmb.org   Liste der installierten Pakete anzeigen & deuten
geek-university.com   apt-get Befehl
itsfoss.com   using apt-get commands
askubuntu.com   difference between apt and apt-get
ubuntu.com   Firmware